Persönlichkeitstest: Sinn, Probleme & Alternativen

Personality Type

Man stelle sich ein Assessment Center vor, bei dem man unter anderem folgende Fragen aus dem Big Five Persönlichkeitstest beantworten soll: „Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich alleine bin“, „wenn ich an etwas arbeite, bin ich leicht abzulenken“, „ich hätte keine Probleme damit, meine Interessen auf Kosten anderer Personen durchzusetzen“. Sofern man sich spontan für „trifft völlig zu“ entscheiden würde, wird man im zweiten Schritt überlegen, ob man hier wirklich ehrlich antworten soll. Insofern schließt sich am Ende jeder Selbstbeurteilung in Assessment-Situationen Max Frischs Zitat an: „Überzeugt Sie Ihre Selbstkritik?“

Zu wenig diskutiert werden in der Anwendung von Persönlichkeitsfragebogen in Forschung und Praxis der Problemkomplex „Person und Situation“ und die „eindimensionalen Skalen“ in Bezug auf die Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen (vgl. Hans Dieter Mummendey und Ina Grau. Die Fragebogen-Methode). Hinzu kommt, dass Persönlichkeitsteste wie beispielsweise der Minnesota Multiphasic Personality Inventory für den klinischen Einsatz vorgesehen sind und daher nur in ganz speziellen Situationen eingesetzt werden können. Des Weiteren bedarf ein Test mit guten Leistungsdaten einer langen und aufwendigen Forschung wie man an Raymond B. Cattells 16 Persönlichkeitstypentest (Sixteen Personality Inventory 16 PF) sieht, der seinen Ursprung in den 40er Jahren hat.

Andererseits haben Selbstbeurteilungen in Form von Persönlichkeitsfragebögen den unschlagbaren Vorteil, dass bestimmte Dinge nur durch die Introspektion bzw. die Innensicht des Menschen selbst berichtet und von außen nicht beobachtet werden können. Des Weiteren sind Persönlichkeitsteste standardisiert, was Wiederholbarkeit und Vergleichbarkeit von Ergebnissen gewährleistet. Insofern nimmt der Persönlichkeitsfragebogen eine wichtige und „hybride Stellung“ zwischen Innen- und Außenperspektive in der Persönlichkeitsdiagnostik ein (vgl. Hans Dieter Mummendey und Ina Grau. Die Fragebogen-Methode).

Eine Ergänzung zu klassischen Persönlichkeitstesten, die auf eine standardisierte Selbstbeurteilung bauen, ist eine strukturierte Fremdbeurteilung. Ein Instrument hierzu stellt die Handschriftanalyse bzw. graphologische Untersuchung der Handschrift dar. Unter nachfolgenden Links können detaillierte und aktuelle Untersuchungsergebnisse im Einsatz der Schriftanalyse als Test nachgelesen werden: