Veröffentlichungen zum Thema „Handschrift“ auf der neuen Plattform Handwritingbiblio

Seit März 2019 haben wir sowohl ein physisches als auch ein virtuelles Projekt zur Speicherung, Erhaltung und Verbreitung aller Aspekte der Handschrift eröffnet. Die Idee zum „Memory of the handwriting“-Projekt entstand dadurch, dass den Initiatoren durch Unbekannte und Kollegen sowie deren Nachkommen in den vergangenen Jahren immer wieder Nachlässe in Form alter Zeitschriften, Bücher und Dokumente rund um das Thema „Handschrift“ übergeben wurden. Auch die Initiatoren selbst haben eine gewisse Sammlerleidenschaft. Diese teilweise aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stammenden Artefakte und das darin angesammelte „Handschriftwissen“ wurden an verschiedenen Orten wie in „Zeitkapseln“  konservierten. Zum geeigneten Zeitpunkt soll dieses Handschriftwissen gegenwärtigen und zukünftigen Generationen zugänglich gemacht machen, um dadurch jenes Wissen um die Handschrift in allen Anwendungsbereichen lebendig zu halten.

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Persönlichkeitsveränderung – sieht man sie auch in der Handschrift?

PersönlichkeitsveränderungDer Ringversuch 004 ist der Fragestellung nachgegangen, ob man Persönlichkeitsveränderung mittels Handschriftanalyse zuverlässig messen kann. Die Ergebnisse des Experiments, welches mit zwei verschiedenen graphologischen Methoden durchgeführt wurde, sind sehr aufschlussreich und lesenswert. Unter folgendem Link können sie heruntergeladen werden.

Wer sich noch etwas weiter in das Thema vertiefen möchte, kann unter diesen beiden Links zusätzliche Informationen zu aktuellen Forschungsergebnissen erhalten:

Sind graphologische Schriftgutachten zulässig?

Die Vorstellung, dass graphologische Gutachten nur dann erstellt werden, wenn eine Bewerbung mit einem „handschriftlichen Lebenslauf“ erfolgt, ist sehr altertümlich. Graphologen erhalten Handschriften direkt aus dem Bewerbungsprozess: Der Bewerber muss vor Ort eine Aufgabe handschriftlich lösen oder eine Schriftprobe für den Graphologen verfassen. Mit Einwilligung des Schreibers wird dieses Material zur Arbeitsgrundlage des Graphologen. Nun stellen sich Unternehmer, Personaler und auch die Bewerber selbst oft die Frage: Ist denn ein graphologisches Gutachten überhaupt zulässig? Gibt es hier irgendwelche juristischen Probleme?

In der Rechtsprechung und der juristischen Literatur ist seit längerer Zeit unbestritten, daß graphologische Gutachten nur mit der Einwilligung des Begutachteten eingeholt werden dürfen. Das gilt uneingeschränkt für den beruflichen wie privaten Bereich. Besonders im Bewerbungskontext müssen die Grundlagen des Arbeitsrechts beachtet werden (vgl. hierzu Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG).

Im Rahmen der Betriebspsychologie verlangen der Respekt gegenüber Mitmenschen und deren Persönlichkeitsrechten, die Anforderungen der deutschen Datenschutzgesetze und auch die Relevanz eines graphologischen Gutachtens, dass eine schriftpsychologische Auswertung sich an die Vorgaben des Arbeitsgebers hält. Ein Graphologe erstellt somit erst ein Gutachten, wenn die Anforderungen mit dem Arbeitgeber im Rahmen der Bewerberauswahl oder Personalentwicklung geklärt wurden. Dabei sind nicht nur die persönlichen Fähigkeiten im Abgleich mit der bereits besetzten oder zu besetzenden Stelle, sondern auch die jeweilige Betriebskultur und das Arbeitsumfeld von Bedeutung. Hierauf – und nur hierauf – geht ein graphologisches bzw. schriftpsychologisches Gutachten ein, sodass ein Bewerber keine Sorge haben muss. Er kann jederzeit das Ergebnis sehen und es ist in der Regel auch Gesprächsgrundlage, damit das Ziel der beruflichen Entwicklung mittels Feedback-Kultur erreicht wird.